3 Gründe warum es sich lohnt, eine neue Gewohnheit anzulegen

Eine neue Gewohnheit anzulegen setzt Disziplin voraus. Bei der Erwähnung dieses Wortes läuft es dir vielleicht kalt den Rücken runter. D I S Z I P L I N ! Hat was Militärisches, in unserem Land kommen einem da leicht Assoziationen mit einer Zeit, die schwer auf unserer Volksseele lastet. Doch schaut man im Duden nach, findet man zwei Definitionen des Wortes Disziplin:

  1. das Einhalten von bestimmten Vorschriften, vorgeschriebenen Verhaltensregeln o.Ä.; das Sicheinfügen in die Ordnung einer Gruppe, einer Gemeinschaft
  2. das Beherrschen des eigenen Willens, der eigenen Gefühle und Neigungen, um etwas zu erreichen

Die erste Erklärung hört sich gar nicht mehr so schlimm an, wenn du an alltägliche Zusammenhänge denkst. Nicht an das Militär oder schreckliche Kinderheime aus der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. In der Familie, unter Freunden, in der Schule, wie ginge das denn, wenn wir nicht bestimmte Regeln einhalten würden?

 

Wir lernen, andere ausreden zu lassen. Oder beim Essen nicht zu schmatzen. Beides Verhaltensregeln, die ich übrigens sehr begrüße. Obwohl... ausreden wollen ist das eine, andere ausreden zu lassen... gelingt mir leider auch nicht immer.

 

Rechts vor links im Straßenverkehr oder zu stoppen, wenn da eben ein Stop-Schild steht, hat auch was.

 

Diese Form der Disziplin schafft einen Rahmen, den wir benötigen, um soziale Kontakte pflegen zu können und in Sicherheit zu leben.Wenn jeder täte, was ihm gerade so einfiele, wären wir wohl alle im Streit. Oder Einzelgänger. Oder Invalide.

 

Wenn wir uns selbst nicht in eine Gruppe einfügen könnten, hätten wir sicher auch nicht viel übrig für die anderen Ansichten und Verhaltensweisen unserer Mitmenschen. Das würde unser Leben um einiges ärmer machen.

 

Der zweite Punkt jedoch ist viel wichtiger: das Beherrschen des eigenen Willens, der eigenen Gefühle und Neigungen, um etwas zu erreichen. Um etwas zu erreichen. Lass dir diesen Satz in Ruhe durch den Kopf gehen. Um etwas zu erreichen.

 

1. Mit guten Gewohnheiten kannst du deine Ziele besser erreichen

 

Was willst du denn erreichen? Na klar, du willst effektiv sein, deine Aufgaben zügig und gut erledigen, damit du danach genügend Zeit hast, um dich zu entspannen, deinen Hobbys nachzugehen, mit deiner Familie zusammen zu sein oder deine Freunde zu treffen. Oder alles hintereinander in dieser oder einer anderen Reihenfolge.

 

Wenn du dich also diszipliniert an die Arbeit machst, erlangst du die Freiheit, zu tun, was du gerne tust, was du liebst, wofür du brennst.

 

Ein Ziel kann jedoch viel mehr sein als Entspannung. Es gibt Phasen im Leben, da hat man wirkliche, große Ziele. Vielleicht steckst du gerade mitten in einem Prozess, der nicht so recht vorangeht. Du möchtest dich beruflich weiterentwickeln. Oder umorientieren. Du möchtest etwas in deiner Partnerschaft verändern. Deinen Lebensraum verändern. Entrümpeln. Renovieren...

 

Ach so, du hast keine Zeit für neue Gewohnheiten. Ich habe erst neulich irgendwo gelesen, dass Zeit das einzig demokratisch verteilte Gut sei, es habe nämlich jeder gleich viel zur Verfügung. Ein interessanter Gedanke. Wie oft sagst du, du hättest keine Zeit? Wie oft hörst du von anderen, sie hätten keine Zeit?

 

2. Eine Gewohnheit schafft Zeit

 

Du denkst vielleicht, dass du jeden Tag neu und frei entscheidest, ob du morgens Tee oder Kaffee trinkst. Oder was du anziehst. Oder wie du mit deiner Kollegin sprichst, welche Tätigkeit du zuerst anpackst, ob du Sport treibst und welchen. Dabei sind die meisten unserer Verhaltensweisen automatisiert. Ist dir schon einmal aufgefallen, dass du zwei bis drei Lieblingsoutfits hast, die du immer wieder anziehst? Du fühlst dich wohl drin, du weißt, welche Schuhe dazu passen und welche Jacke, welches Shirt du drunterziehst und dass du immer wieder Komplimente dafür bekommst.

 

Das macht deinem Gehirn Freude, denn es muss wenig nachdenken. Augen auf, wie ist das Wetter heute? Okay, ich nehme das hellgrüne Oberteil zur legeren Jeans, Stiefeletten dazu. Passt. Abgehakt.

 

Du gehst in die Küche, gewohnter Griff zum Wasserkocher, Teeei (schreibt man laut Duden wirklich so), Blätter rein, zuschrauben, Wasser drauf, Wecker auf 5 Minuten stellen, weiter ins Bad...

 

Juhu, das geht echt flott.

 

Wenn du jedesmal überlegen müsstest... ogottogott.

 

3. Gute Gewohnheiten bedeuten Selbstliebe

 

Über Deine dir zur Verfügung stehende Zeit kannst du zwar nicht völlig frei entscheiden, doch du kannst Prioritäten setzen. Was ist dir wirklich wichtig?

 

Stelle dich selbst an die erste Stelle. Was brauchst du? Was tut dir gut? Sei egoistisch. Du kannst deine Aufgaben nur dann gut erfüllen, und du kannst anderen nur dann helfen, wenn es dir selbst gut geht.

 

Wenn du z.B. jeden morgen diszipliniert eine Meditation machst, die deine Gedanken zur Ruhe bringt und dich die Dinge des täglichen Lebens effektiv erledigen lässt, hast du danach (oder davor) Zeit für die Dinge, die du brauchst, die du willst, die dir guttun. Mehr Zeit für ein gutes Gespräch mit deiner besten Freundin, deinen Yogakurs oder um ein gesundes Essen zuzubereiten und es langsam, stilvoll und genüsslich zu verspeisen. Klingt verlockend? Also los!

 

Allerdings solltest du wirklich klein anfangen mit dem täglichen Üben. Deshalb habe ich dir im letzten Artikel eine 3-minütige Meditation vorgeschlagen. Und drei Minuten täglich solltest du schon Zeit haben, sonst stünde es wirklich schlimm um dich.

 

Erwarte also nicht zu viel von dir selbst, lege die Latte nicht zu hoch, sonst schaffst du es nicht drüber. Wenn du dir vornimmst, jeden Tag eine Stunde lang zu joggen, dann verlangst du sicher zu viel von dir, wenn du bisher überhaupt nicht gelaufen bist. Aber drei klitzekleine Minütchen täglich?

 

Und eine gute Gewohnheit führt zu noch mehr guten Gewohnheiten. Wenn du beispielsweise den Tag mit einer kurzen, erfrischenden Meditation beginnst, kannst du ihn vielleicht damit beenden, dass du in der Küche alles aufräumst, bevor du ins Bett gehst. Oder dass du deine Kleider für den nächsten Tag schon am Abend zurechtlegst. Das schafft wiederum Zeit für deine Meditation am Morgen. Immer mehr kleine aber feine Gewohnheiten werden dir immer mehr Raum geben für dein persönliches Wachstum. Du wirst mehr Leichtigkeit verspüren, weil du nicht lange darüber nachdenkst, ob du nun meditieren sollst, oder doch lieber zehn Minuten länger liegen bleibst. Diese zehn Minuten länger im Bett bringen dir gar nichts. Die Meditation dagegen schon.

 

Und so packst du es an:

  • Versuche möglichst immer zur gleichen Zeit zu meditieren. Am ehesten geeignet sind der frühe morgen, wenn alle noch schlafen und du Ruhe hast für dich selbst. Oder der Abend, kurz bevor du ins Bett gehst. Du kannst den Tag gut abschließen und das Gedankenkarussell beim Einschlafen kommt gar nicht erst in Fahrt bzw. es bleibt ganz schnell stehen.
  • Richte dir einen Raum ein, der nur dafür gedacht ist. Das muss kein ganzes Zimmer sein, vielleicht nur eine Ecke im Schlafzimmer, oder in deinem Arbeitszimmer (dort aber nur, wenn schön aufgeräumt ist und eine gute Atmosphäre herrscht).
  • Du kannst dich auf ein schönes Kissen setzen oder aufrecht auf einen Stuhl. Hilfreich ist es auch, wenn du dir jedes Mal den gleichen Meditationsschal um die Schultern legst.
  • Denke dir ein kleines Ritual aus. Zünde eine Kerze an oder ein Aromalämpchen, lege eine frische Blume oder ein schönes Blatt aus dem Garten dazu. Wenn du magst, kannst du dir sogar einen kleinen Altar bauen. Ich habe ein einfaches Holzkistchen genommen, lackiert und mit Stoff ausgekleidet. Darin liegt eine Kerze, ein Feuerzeug und wenn ich Lust habe ein beruhigendes Foto oder eine Postkarte. Und wenn ich fertig bin, klappe ich das Kistchen einfach wieder zu.

 

Gute Gewohnheiten sind absolut lohnenswert. Sie schaffen Zeit, damit du deine Ziele besser erreichen kannst und sie sind ein Akt der Selbstliebe.

 

Was fällt dir schwer daran, gute Gewohnheiten zu etablieren? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar.


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