Was Elefanten und Affen mit Meditation zu tun haben und wie du sie zähmen kannst

Hast du diese Aufforderung schon einmal gehört? „Denke nicht an einen rosa Elefanten.“

Und schon siehst du ihn in seiner vollen Schönheit langsam und wiegenden Schrittes vor deinem inneren Auge. Oder er sitzt in der einfachen Haltung auf seinem Kissen, Hände in Gebetshaltung.

Was hat nun der Elefant mit Meditation zu tun?

Moment, erst kommt noch das zweite Tier ins Spiel, dein Monkey Mind. Der „Affengeist“ ist ein Begriff aus dem Buddhismus, er bezeichnet deinen rastlosen Verstand. Durch deinen heutigen Lebensstil jagen ständig so viele Gedanken durch deinen Kopf, dass du nicht unbedingt einen rosa Elefanten brauchst, es drängen sich auch so Unmengen von Bildern vor deinem geistigen Auge. Und deine Ohren hören jede Menge Geräusche.

Kein Wunder, denn du fütterst deinen Affengeist ja auch fleißig. Schon morgens vor dem Frühstück lässt du dich vom Radio wecken. Im Bad und in der Küche geht es weiter. Danach auf dem Weg zur Arbeit: Radio oder Knopf im Ohr. Nicht nur die Musik (oft von fragwürdiger Qualität) lässt deinen Geist nicht los. Werbung frisst sich in deine Gehirnwindungen und überwiegend negative Nachrichten von Katastrophen, Verbrechen und vermeintlich schlechter Politik hinterlassen ihre Bilder. Das Smartphone immer zur Hand rufst du schnell noch einmal das Wetter ab (du könntest genauso gut aus dem Fenster schauen), checkst deine Emails und was ist eigentlich bei Facebook los? Liest auch du die Zeitung oder schaust Nachrichten auf dem Weg von A nach B?

Immer informiert zu sein hat jedoch seinen Preis. Die Flut von Eindrücken muss verarbeitet werden, verglichen, bewertet, abgeheftet oder gelöscht.

„Ist doch gut, da wird’s mir schon nicht langweilig. Denn mit mir alleine zu sein, kann ganz schön anstrengend sein.“

Mag ja sein, auf Dauer ist dieses Verhalten jedoch sicher schädlich. Du überfütterst deinen Affen, und nicht nur mit Bananen, sondern mit allem möglichen, was so deines Weges kommt. Wenn du jedoch dies liest und dich für Yoga und Meditation interessierst, hast du sicher eine klare Vorstellung davon, wie du dich ernähren möchtest. Viel Obst und Gemüse, leckere Salate, Ballaststoffe, vielleicht vegetarisch, nicht so viel Zucker... Ist doch klar, man weiß ja schließlich Bescheid über gesunde Ernährung. Wie sieht es jedoch mit der Ernährung für deinen Affen aus? Darüber machen sich immer noch zu viele Menschen zu wenig Gedanken.

Ich rate dir: Setze deinen Affen auf Diät

  • Starte einen Selbstversuch und besorge dir einen neuen Wecker. Ich habe übrigens einen, der mich mit Vogelstimmen weckt. Klingt echt und funktioniert. Das heißt, ich wache auf.

  • Lass Radio und Fernseher aus. Verzichte sogar auf die Nachrichten, denn wenn es wirklich wichtige sind, erfährst du sowieso davon.

  • Rufe deine Emails nur 2x täglich zu festen Zeiten ab.

  • Benutze dein Handy nur zum Telefonieren.

  • Surfe im Internet nicht aus Langeweile sondern nur zielorientiert.

  • Führe deine Handlungen bewusst aus und spüre ihnen nach. Wie fühlt sich deine Bettdecke an? Wie ist die Temperatur im Schlafzimmer? Strecke und räkle dich ausgiebig bevor du aufstehst und nehme deinen Körper bewusst wahr. Spüre das Wasser auf deiner Haut, die Haarbürste auf deinem Kopf, die Zahnbürste in deinem Mund. Immer und immer wieder: spüre deine Füße.

  • Geh hinaus in die Natur, nimm die Jahreszeiten wahr. Die Farben, Gerüche, Temperatur, Wind und Wetter. Um noch einmal in Tieren zu sprechen: wenn du deinen Schweinehund nicht überwinden kannst, schaffe dir einen echten vierbeinigen, treuen Begleiter an. Hab ich auch gemacht. Und ich würde mein zotteliges Wollknäuel nicht mehr missen wollen. 

  • Mein bester Tipp: drehe deinen eigenen Film für dein Kopfkino. Zum Thema Visualisierungen gibt es demnächst mehr zu lesen.

Jetzt aber zurück zum rosa Elefanten. Erinnerst du dich? „Denke nicht an einen rosa Elefanten.“ Siehst du ihn wieder?

Wenn du dir vornimmst, nichts zu denken, konzentrierst du dich erst recht auf deine Gedanken. Du schenkst ihnen Aufmerksamkeit. Genau wie dem rosa Elefanten. Sie werden immer lauter und es fällt dir immer schwerer, dich zu entspannen.

Die gute Nachricht: Es ist nicht möglich, nichts zu denken. Der Verstand funktioniert immer, auch im Schlaf, denn Träume sind nichts anderes als Gedanken. Rosa Elefanten und Affengeister sind völlig normal.

Wenn du also meinst, Meditation sei eine Leere im Kopf, die Abwesenheit von Gedanken, dann wirst du immer frustriert sein und dich immer fragen, warum das Meditieren denn nicht funktioniert.

Was ist also gemeint mit Leere?

Nicht Konzentration auf die Abwesenheit von Gedanken sondern De-Konzentration. Du nimmst alles gleichzeitig wahr, und du konzentrierst dich auf nichts.

Wie funktioniert das?

Zum Beispiel sitzt du in Stille und lauschst in dich hinein. Du hörst deinen Atem, du spürst, wie er durch deine Nasenlöcher eintritt, seinen Weg durch deine Nase bis zur Nasenwurzel nimmt, dort kurz stehenbleibt und wieder zurück und durch deine Nasenlöcher ausströmt. Gleichzeitig nimmst du ein leichtes Jucken an deinem Zeh wahr. Du fühlst, wie deine Sitzbeinhöcker mit der Unterlage verbunden sind und die Schwerkraft auf deinen Körper wirkt. Auf deiner Haut spürst du einen leichten Lufthauch. Von draußen dringt gedämpfter Verkehrslärm herein. Der Heizkörper gluckert. Plötzlich pikst etwas an deinem Hinterkopf. Dein kleiner Finger zuckt kurz. Und... da fällt dir ein, dass du vergessen hast, die Spülmaschine einzuschalten. Und hast du deiner Mutter gesagt, dass du morgen nicht dabei sein kannst?

Du nimmst alles gleichzeitig wahr, konzentrierst dich auf nichts. Körperliche Empfindungen, Sinneswahrnehmungen, Gefühle und Gedanken kommen und du gehst keinem dieser Eindrücke nach. Du gibst allen Eindrücken den gleichen Raum und konzentrierst dich auf keinen besonders. Du wartest in Ruhe ab, bis ein Eindruck nach dem anderen wieder verschwindet und gleichzeitig andere Eindrücke kommen. Und sehr wichtig: Du machst deinem Affen keine Vorwürfe für sein Geplapper.

Dadurch, dass du keinem dieser Eindrücke mehr Gewicht gibst als den anderen, schaffst du Distanz zu ihnen und somit zu deinen Emotionen.

Dein Herzschlag verlangsamt sich, dein Blutdruck sinkt und du fühlst dich gelassen und friedlich.

Hört sich ganz einfach an? Tja, für manche ist diese Übung wirklich nicht schwer. Tatsächlich halte ich jedoch die Meditation in Stille für die Schwierigste. Zum Glück gibt es auch andere Meditationstechniken, mit denen man De-Konzentration erreichen kann.

Heute stelle ich dir eine kurze Mediation vor, für die du sicher in deinem Tagesablauf Zeit finden wirst. Sie ist nur drei Minuten lang.

Praktiziere diese Meditation täglich, damit sich ihre Wirkung entfalten kann.

Zur Bedeutung des täglichen Übens erfährst du in einem der nächsten Lebensleitfäden mehr.


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Was ist deine beste Methode um deinen Affengeist zu beruhigen? Hinterlasse einen Kommentar.


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Kommentare: 2
  • #1

    Ava (kämpft noch mit dem Affen, ist aber sonst recht ruhig ;) (Samstag, 24 September 2016 18:27)

    Namaste! Steht die Meditation in Stille denn immer noch ganz oben im Kurs? Mal abgesehen davon, dass es ja wirklich viel und auch gute Begleitklänge gibt. Es ist einfach für die meisten schwierig, eine Umgebung zu bewerkstelligen, die nicht knackt, knistert, raschelt, klopft... Da kann ein dezentes Akustikgeplätscher aus dem Lautsprecher schon hilfreich sein, Stichwort Überdeckungseffekt. Oder tut man sich damit keinen Gefallen, weil man lernt, sich auf die "Klanghilfe" zu verlassen? Sollte man wirklich mit den kleinen Ablenkern "kämpfen", bis man sie im Griff hat, oder doch erstmal den sanften, etwas einfacheren Weg mit Musik/Naturklängen nehmen?

    LG, Ava

  • #2

    Dewey Magby (Freitag, 03 Februar 2017 14:51)


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