Die Farbe deiner Gedanken und wie du sie ändern kannst

 

 

Wie bringst du Entspannung in dein Leben? Dazu gibt es viel Tipps und Techniken. Atmen, Dehnen, achtsames Tun der Dinge, im Hier und Jetzt sein statt in der Vergangenheit zu weilen oder in die Zukunft vorauszueilen...

 

Doch wie sieht es eigentlich mit deinen Gedanken aus? Während der Meditation versuchst du, ihnen möglichst wenig Bedeutung zu schenken, sondern sie nur wahrzunehmen, ohne sie zu werten. Das hast du sicher schon geübt. Lass' uns heute einen anderen Weg gehen.

Die Farbe deiner Gedanken

Was nimmst du in diesem Moment wahr an Gedanken? Wie sind diese Gedanken gefärbt? Welche Farbe kommt dir spontan in den Sinn, wenn du JETZT kurz innehältst und wahrnimmst, was du gerade denkst? Zunächst wird dir auffallen, dass du viele Gedanken gleichzeitig denkst. Es summt und schwirrt umher in deinem Kopf. Das ist ganz normal. Keine Sorge. Trotzdem wirst du eine gewisse Grundstimmung deiner Gedanken herausfinden können. Welche Farbe hat diese Grundstimmung?

 

Eher rosa? Oder gelb? Pastellgelb, zitronengelb, sonnenblumengelb? Blau? Welche Schattierung?

 

Vielleicht sind deine Gedanken aber auch eher grau. Du hast einen anstrengenden Tag hinter dir. Jetzt sitzt du noch vor deinem Computer. Hast deine Emails gecheckt, abgearbeitet, was wichtig war, übersprungen, wozu du keine Lust hattest. Du bist müde und freust dich auf dein Bett. Eigentlich wolltest du noch lesen, aber du bist zu k.o. Morgen früh musst du wieder um sechs aufstehen. Jede Menge Aufgaben stehen an.

 

So könntest du wohl ewig weiterdenken. Die Farbe deiner Gedanken würde sich dann nicht ändern. Sie würde grau bleiben. Mit diesem grauen Gefühl würdest du einschlafen.

 

Es gibt aber noch eine Möglichkeit. Du kannst einen Farbtopf holen und ganz schnell renovieren.

 

Wie du die Farbe deiner Gedanken ändern kannst

 

Prüfe kritisch, wie du deine eigene Geschichte erzählst. Denn dein gesamtes Leben ist nichts als die Reaktion auf die Gedanken die du hast, und die Geschichte, die du über dich erzählst.

 

Wenn du immer wieder davon sprichst, wie gestresst du bist, wie schwer du es hast, wie hoch die Anforderungen an dich sind, wird es so sein. Dein Wohlbefinden, deine Leistungsfähigkeit, deine Belastbarkeit, deine Freude am Leben werden deutlich kleiner sein, als du es dir wünschst.

 

Nun ist es sicherlich nicht der richtige Weg, Tatsachen zu verdrängen. Ja, du hast sehr viel zu tun. Ja, du bist abends müde. Und ja, du hast dir manches anders vorgestellt.

 

Wie hast du es dir denn vorgestellt? Und wie stellst du es dir jetzt vor? Erzähle deine Geschichte so, wie du sie haben willst. Mach es zu deiner Aufgabe, das Leben, das du willst, jeden Tag zu überdenken, zu verbessern und in noch leuchtenderen Farben zu malen. Und lass es dadurch wahr werden.

 

Es gibt dabei ein paar Regeln zu beachten:

 

Wenn du dir zum Beispiel wünschst, nur halbtags zu arbeiten und dir sogar eine Putzhilfe zu leisten, solltest du nicht abfällig über andere denken, die das schon tun. Nein, es ist nicht verwerflich, nicht seine ganze Kraft einem Arbeitgeber zur Verfügung zu stellen. Nein, es ist nicht schlimm, genügend Geld zu haben, um nicht Vollzeit arbeiten zu müssen. Und es ist nicht dekadent, eine Haushaltshilfe zu haben. Wenn du so über andere denkst (und sprichst), wirst du deine eigene Lebensgeschichte nicht wahrhaftig so erzählen können. Und dein Wunsch wird nicht in Erfüllung gehen.

 

Sei großzügig anderen gegenüber. Sei großzügig dir selbst gegenüber.

 

Erkenne, dass du deine Wirklichkeit in erster Linie durch dein Denken erschaffst, nicht durch dein Handeln.

 

Wie kannst du jedoch dein Denken ändern, ohne deine Gefühle zu verdrängen?

 

Das kann leicht bei positivem Denken passieren. Wenn du morgens um sechs aufstehen musst, obwohl du hundemüde bist, hilft es nicht sich einzureden, dass das doch gar nicht schlimm sei. Es ist schlimm. Und dieses Gefühl zu verdrängen, und immer wieder solche Gefühle zu verdrängen, kann auf Dauer ernsthafte Folgen haben. Verdrängte Gefühle können im schlimmsten Fall zu einem totalen Zusammenbruch führen.

 

Was ist also die Alternative?

 

Du brauchst dich nicht auf diesen negativen Gedanken zu konzentrieren. Denn er wird einen Strom von negativen Gedanken nach sich ziehen, der grau ist.

 

Ein Beispiel:

 

„Oh Gott, ich bin so kaputt. Ich glaube, ich habe heute Nacht kein Auge zugetan. Das kann doch nicht wahr sein. Ich bekomme ja kaum die Augen auf. Wie soll das denn werden heute? Da wird nicht mal der stärkste Kaffee helfen...“ Grau, grauer, am grausten.

 

Konzentriere dich auf einen positiven Gedanken

 

Konzentriere dich auf einen positiven Gedanken. Und der wird weitere positive Gedanken nach sich ziehen. Es fällt dir keiner ein? Wie das gehen soll? Eine kleine Übung für morgens:

 

  • Nimm wahr, dass du wach bist.

  • Nimm deinen Körper wahr. Spüre jeden Körperteil, jedes Körperglied, jede Zelle. Strecke und dehne dich ausgiebig in alle Richtungen. Bring deine Stimmbänder zum Schwingen. Stöhne, ächze, seufze, summe.

  • Bleib noch eine Weile liegen und schwelge in der Behaglichkeit deines Bettes. Deine Matratze fühlt sich sehr angenehm an. Die weiche Daunendecke, dein fluffiges Kissen. Und die Bettbezüge sind noch frisch.

  • Halte dann nach positiven Aspekten in deiner Umgebung Ausschau. Nimm das warme Licht in deinem Schlafzimmer wahr. Und das schöne Bild gegenüber deines Bettes. Beruhigend und gleichzeitig inspirierend.

  • Denke über die Absicht nach, die du an diesem Tag hast. Beginne mit kleinen Schritten:

„Heute ist es meine Absicht, mich gut zu fühlen. Wohin ich auch gehe, was ich auch tue, mit wem ich es auch tue. Ich möchte mich gut fühlen. Ich möchte Dinge anziehen, die mir gefallen.“

  • Stehe auf und beginne deinen Tag. Halte Ausschau nach weiteren positiven Aspekten: die Küche ist schön aufgeräumt (denn das hast du noch erledigt, bevor du zu Bett gegangen bist). Der warme Tee breitet sich wohlig in deinem Körper aus. Das warme Wasser der Dusche läuft über deine Haut. Das Duschgel riecht angenehm. Das frische Handtuch massiert dich.

  • Beim ersten Anzeichen für eine negative Emotion nimmst du sie wahr. Du merkst, dass du dich auf etwas Negatives ausgerichtet hast. Wenn du diesen Gedanken suchst und ihn verfolgst, wirst du weitere negative Emotionen und Gedanken anziehen. Das möchtest du nicht. Du lässt die Emotion deshalb weiterziehen, wie eine Wolke am blauen Himmel und fragst dich: „Was will ich stattdessen?“ Dann hältst du nach dem nächsten positiven Aspekt Ausschau.

 

Hört sich ein bisschen spooky an? Ich weiß. Aber funktioniert. Ich hab's ausprobiert. Hatte neulich ausreichend Gelegenheit, zu üben und mich nicht in eine Sache zu verbeißen. Das heißt, so ganz über'n Berg bin ich noch nicht. Ich übe also weiter.

 

Ich merke aber ganz deutlich, dass ich die Farbe meiner Gedanken mit dieser Übung ändern kann.

 

Noch besser klappt diese Technik, wenn du dich bereits abends mit positiven Gedanken stärkst.

  • Sobald du im Bett bist, erinnere dich an die angenehmsten Erlebnisse, die dir der Tag gebracht hat

  • Versorge deine Positivitätspumpe mit Energie, indem du Sätze sagst, wie:

„Was mir daran gefallen hat, war...“

„Am Schönsten daran war...“

  • Dann richte deine Aufmerksamkeit auf deine vorrangige Absicht: dass du die Nacht über gut schläfst und am Morgen erfrischt aufwachst.

  • Wende deine Aufmerksamkeit den Dingen in deiner unmittelbaren Umgebung zu, z.B. wie bequem dein Bett ist, wie weich dein Kissen, wie wohl du dich gerade fühlst.
  • Dann bringe behutsam deine Absicht auf den Weg:

„Ich werde gut schlafen, und ich werde erfrischt aufwachen mit einem neuen, positiven Gefühl.

  • Dann schläfst du ein.

 

Nach einigem Üben wird diese Ausrichtung auf positive Gedanken zur Selbstverständlichkeit. Du schreibst die Geschichte deines Lebens in deinen Lieblingsfarben. Es wird dir leicht fallen, dich auf deine Wünsche zu konzentrieren und nicht auf die Dinge, die du dir nicht wünschst.

 

Deine Wünsche können wahr werden. Und du bist entspannt.

 

Diese Technik ist dem Buch „Law of Attraction“ von Esther und Jerry Hicks entnommen. Wenn dich der etwas spezielle Schreibstil nicht stört, kann ich dir die Lektüre sehr empfehlen. Hast du auch einen Tipp zum Thema Mindset oder Mental-Training? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

 


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