Warum es kein Problem ist, morgens früh aufzustehen

Eine tägliche spirituelle Praxis findet vorzugsweise morgens statt.

 

Es gibt eine yogische Erläuterung dafür: die Sonne steht in den frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang (zwischen 3.00 und 7.00 Uhr morgens, je nach Längen- und Breitengrad) in einem 60° Winkel zur Erde. Diese Stunden werden die ambrosischen Stunden genannt. Im Duden findet man die folgenden Synonyme für ambrosisch: göttlich, himmlisch, köstlich.

 

Was ist das besondere an diesen Stunden? Dadurch, dass die Sonne noch nicht auf die Erde scheint, sondern in einem 60° Winkel an ihr vorbei, entsteht eine besondere Schwingung. Deshalb wird in jeder Religion diese Zeit für das Gebet, die Reinigung des Geistes, empfohlen. Es gibt übrigens auch abends die ambrosischen Stunden, nämlich direkt nach dem Sonnenuntergang, im Winterhalbjahr ist das also schon nachmittags.

 

Auch in unserer Lebenssituation bietet sich Yoga und Meditation am frühen Morgen, direkt nach dem Aufstehen oder abends vor dem Schlafengehen an. Mit den ambrosischen Stunden jedoch habe ich es, unter uns gesagt, nicht so. Ich richte mein Leben nicht nach der Sonne, sondern nach den allgemeinen Gepflogenheiten unserer Gesellschaft aus.

Weshalb ich trotzdem eine Yogapraxis am frühen Morgen empfehle

Ich liebe es, die erste Stunde des Morgens mit mir alleine zu sein. Ich kann langsam aufwachen (nach dem Aufstehen) und mich auf den Tag vorbereiten. Durch ein paar Aufwärmübungen komme ich in meinem Körper an, mit meiner Yoga-Übungsreihe und/oder meiner Meditation, die unter einem bestimmten Aspekt steht, setze ich die Absicht für den Tag.

 

Viele Menschen, und zu denen habe ich auch lange Zeit gehört, wollen aber vom (noch) früheren Aufstehen nichts wissen. Sie fürchten sich zum einen vor dem Verlassen der Komfortzone, zum anderen kann es die Angst vor einem Schlafdefizit sein.

 

Doch selbst wenn du schon eine reale Schlafdefizit-Erfahrung gemacht hast, ist frühes Aufstehen wirklich kein Problem.

 

Die Macht deines Unterbewusstseins

Egal ob es um die Komfortzone oder die Angst vor zu wenig Schlaf geht – beides hat mit deinem Unterbewusstsein zu tun. Genauer gesagt, mit Glaubenssätzen, die dort abgespeichert sind.

 

Ich habe einfach keine Lust früher aufzustehen!“ ist nämlich genauso ein Glaubenssatz wie „Oh je, und dann breche ich wieder zusammen...“.

 

Wie du Glaubenssätze ändern kannst

Durch positives Denken? Kannst du ja mal versuchen. Du könntest den Satz „Ich habe keine Lust früher aufzustehen“ umwandeln in „Ich freue mich, dass ich früher aufstehen darf“. Wäre allerdings möglich, dass sich dein Unterbewusstsein verschaukelt fühlt und sich nix verändert. Affirmationen, also positiv ausgedrückte Glaubenssätze, stoßen da schnell an ihre Grenzen.

 

Versuche es lieber mit AffOrmationen. Das sind in Fragen verwandelte Affirmationen.

 

Aus „Ich freue mich, dass ich früher aufstehen darf“ wird dann die Frage: „Warum freue ich mich, dass ich früher aufstehen darf?“

 

Und dazu fallen deinem Unterbewusstsein ein Menge guter Antworten ein. Zum Beispiel:

  • Dann habe ich die erste Stunde des Tages ganz für mich alleine!
  • Alle anderen schlafen noch, die Welt ist noch still.
  • Kein Internet, kein Telefon, niemand, der etwas von mir will.
  • Ich zünde mir eine Kerze an, setze mich auf meine Matte und mache die Übungen, die mir so gut tun.
  • Dann gönne ich mir ein paar Minuten Tiefenentspannung und vielleicht chante ich noch dieses wunderschöne Mantra für drei Minuten.
  • So fängt ein Tag doch ganz wunderbar an!“

 

Merkst du den Unterschied? Du kannst dein Unterbewusstsein mit Afformationen zu deinem Komplizen machen.

 

Außerdem: wer sagt denn, dass du gleich eine ganze Stunde früher aufstehen sollst?

 

Wichtig ist zunächst nicht, wie lange du deine morgendliche Praxis ausübst, sondern dass du sie überhaupt ausübst. Fange ruhig mit nur drei Minuten an. Eigentlich reicht es schon, wenn du überhaupt nach dem Aufstehen zu deinem Platz, auf deine Matte gehst. Wenn du dir nur das vornimmst, wirst du merken: wenn du schon da bist, kannst du ja auch kurz was machen. Und wenn es dir an manchen Tagen danach ist, gleich wieder umzudrehen, ist das auch egal. Du arbeitest trotzdem daran, eine neue Gewohnheit anzulegen. Mini-Schritt für Mini-Schritt.

 

Lade dir hier ein kurzes Arbeitsblatt zum Thema "Glaubenssätze - Affirmationen - Afformationen" herunter. Damit kannst du das Umprogrammieren deines Unterbewusstseins üben. Du wirst das Blatt im Nullkommanix ausgefüllt haben und kannst es dann als tägliche Gedankenstütze verwenden.

 

 

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Verwandle deine Glaubenssätze in Afformationen
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Und wenn du tatsächlich schlechte Erfahrungen mit dem frühen Aufstehen gemacht und sie in deinem Unterbewusstsein abgespeichert hast, empfehle ich dir dieses Video: Keine Angst vor Schlafdefizit!

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Kommentare: 6
  • #1

    Kay (Freitag, 26 Januar 2018 19:49)

    Mein Schlaf Rhythmus ist ohnehin im Eimer, da ich Schichtdienste habe und oftmals Nachts arbeiten muss. Dennoch oder gerade deshalb habe ich kein Problem damit, mal früh aufzustehen... Deinen Beitrag werde ich allerdings meinem Freund zu lesen geben, der kommt nämlich morgens nie aus dem Bett.

    Liebe Grüße, Kay.
    www.twistheadcats.com

  • #2

    Birgit (Freitag, 26 Januar 2018 21:52)

    Liebe Simone,
    ich "will" gar nicht früher aufstehen. Ich bin ein moderater Spätaufsteher (am glücklichsten, wenn ich zwischen 8 und 9 von allein wach werde) und dann ist für mich auch alles gut. Mein Mann ist aber eine extreme Eule, der aufblüht, wenn er zwischen 3 und 4 in die Federn kommt und bis 11, 12 Uhr schlafen kann. Dann ist er wirklich ausgeglichen und leistungsfähig. Leider zwingt ihn sein Job, morgens um 6 Uhr aufzustehen - und ich erlebe ja seit vielen, vielen Jahren den Unterschied. Es gibt also wirklich Menschen, die anders ticken. Zu Yoga könnte ich weder ihn noch mich um 6 Uhr früh animieren. Wenn ich aber "zu meiner Zeit" aufstehen kann - und dann noch vormittags frei planen kann, dann finde ich Yoga am Morgen auch genial.
    Herzliche Grüße
    Birgit

  • #3

    Silke Steigerwald (Samstag, 27 Januar 2018 15:23)

    Liebe Simone, Wow, was für ein toller Artikel. Ich hab bis vor 3 Jahren regelmäßig um 4 Uhr morgens meditiert.... und obwohl ich eine absolute Nachteule war und immer noch bin, war es eine sehr bereichernde Zeit (hab meist danach einfach nochmal ein, zwei Stündchen geschlafen) Irgendwann ist im Alltag dieser Impuls verloren gegangen.... Jetzt weiß ich, wie ich wieder den "Zugang" oder sollte ich sagen den "(Sonnen)-Aufgang kriege. DANKE !!! Das war ein sehr wertvoller Impuls für mich.

  • #4

    Frauke (Montag, 29 Januar 2018 11:37)

    Danke für den Impuls ... ich gehöre auch eher in die Liga der "Nachteulen", und seit ich selbständig bin, bin ich heilfroh, nicht mehr dem Diktat des Weckers unterworfen zu sein (jedenfalls nicht mehr 5 Tage die Woche) ... aber vielleicht ist für mich die richtige Zeit einfach der Nachmittag, so gegen 16 Uhr hab ich eh immer ganz stark das Bedürfnis, was "für mich" zu tun.
    Und die Idee mit den Afformationen ist G E N I A L. Das hab ich mit einem gaaaanz anderen Thema ausprobiert ... und (Überraschung ... hihi) es funktioniert!

    Danke dafür !!
    Liebe Grüße, Frauke

  • #5

    Dr. Annette Pitzer (Montag, 29 Januar 2018 13:46)

    Danke für Deine Inspiration, liebe Simone! Ich praktiziere das schon fast mein ganzes Leben und kann es jedem nur empfehlen. Allerdings entspricht es auch meinem Biorhythmus. Wer einen gegenläufigen Rhythmus hat, sollte dort seine optimalen Zeiten finden.
    Alles Liebe
    Annette

  • #6

    Bettina (Montag, 29 Januar 2018 14:19)

    Mit dem frühen Aufstehen habe ich keine Schwierigkeiten Aber der Alltag bietet ja genügend andere Übungsplätze. Deshalb Danke für den Impuls mit den Afformationen - ein klasse Input! Danke dafür und auch für das Arbeitsblatt, liebe Simone.