Wohlfühl-Gewohnheit

Draußen fängt es an zu sprießen. Krokusse, Narzissen, sogar die ersten Tulpen blühen schon. Manche Bäume brauchen nur noch ein, zwei warme Tage und die Knospen werden aufgehen.

 

Der ideale Zeitpunkt auch für eine innere grüne Kur.

 

In der yogischen Philosophie hält man viel von Mono-Diäten. Eine der einfachsten und wohl deshalb auch bekanntesten Mono-Diäten ist die grüne Diät. Du kannst sie jederzeit durchführen, sie passt jedoch auch sehr gut in die klassische Fastenzeit. Von Aschermittwoch bis Ostern wird in vielen Kulturen und Religionen Verzicht geübt. Die einen verzichten aufs Fernsehen oder die sozialen Netzwerke, die anderen auf Schokolade oder Alkohol. Auch das Heilfasten, bei dem der Körper über mehrere Tage völlig auf Nahrung verzichtet, findet häufig in dieser Zeit statt.

Das gute an der grünen Diät: der Verzicht hält sich sehr in Grenzen. Du darfst so viel essen, wie du möchtest, bzw. so viel, wie dein Körper braucht. Du isst jedoch nur grüne Nahrungsmittel.

Warum Grün?

Grüne Lebensmittel enthalten viel Chlorophyll, grüne Pflanzenfarbstoffe. Das wird auch an der Herkunft des Begriffes Chlorophyll deutlich: er stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „frisches, grünes Blatt“. Pflanzen benötigen diese grünen Farbstoffe, um aus der Lichtenergie der Sonne, Wasser und Kohlenstoffdioxid lebensnotwendige Stoffe wie Sauerstoff, Kohlenhydrate und Glukose herzustellen. Dieser Vorgang, die Photosynthese, ist die Grundlage allen Lebens auf der Erde.

 

Chlorophyll ist dem Aufbau des menschlichen Blutes sehr ähnlich, deshalb wird es auch das „Blut der Pflanzen“ genannt.

 

Je mehr Grün wir essen, desto mehr machen wir uns die positiven Eigenschaften des Chlorophyll zu Nutzen.

Was kann Chlorophyll für uns tun?

Es hilft bei der Blutbildung: die chemischen Strukturen von Chlorophyll und Blut sind sich sehr ähnlich. Einziger Unterschied: während das Hämoglobin, unser roter Blutfarbstoff, einen Kern aus Eisen besitzt, hat Chlorophyll einen aus Magnesium. Durch diese sehr ähnlich Struktur kann der grüne Blattfarbstoff den Sauerstofftransport im Blut unterstützen und damit zur Reinigung des Blutes und zur Bildung neuer Blutzellen beitragen.

 

Durch Chlorophyll werden wichtige Spurenelement wie Magnesium und Eisen vom Körper besser aufgenommen und verwertet.

 

Chlorophyll hat eine antioxidative Wirkung und kann Schadstoffe wie freie Radikale im Körper bekämpfen. Es zeigt vorbeugende und positive Wirkungen bei Krebs und lindert Nebenwirkungen von Chemotherapien.

 

Grüne Lebensmittel enthalten neben großen Mengen an Chlorophyll weitere wichtige Stoffe in höheren Mengen als andersfarbige Gemüse- und Obstsorten: Vitamine A, B6, C und K, sowie Folsäure, Kupfer, Kalzium und Kalium, außerdem auch gesunde Fettsäuren und essentielle Aminosäuren.

 

Chlorophyll regt die Verdauung an, unterstützt die Wundheilung und vertreibt schlechten Körper- und Mundgeruch.

 

Was ist nun die grüne Diät?

  • Sie macht deinen Körper basisch.
  • Sie ist eine Entschlackungs- und Reinigungsdiät. Sie hilft bei Verschleimung, baut Schlacken ab, reinigt die Leber und die Haut.
  • Falls du zu schwer bist, hilft sie dir, Gewicht abzubauen.

Wie kannst du die grüne Diät praktisch umsetzen?

Vorbereitungswoche

Wie bei allen Ernährungsumstellungen ist es gut, nicht von einem Tag auf den anderen auf ein neues Pferd zu setzen. Bereite dich deshalb schon eine Woche vorher auf deine grüne Diät vor, indem du von Tag zu Tag etwas mehr grüne Lebensmittel in deine Mahlzeiten aufnimmst.
 
Reduziere Fleisch, Fisch und Milchprodukte, Zucker (auch versteckte Formen), weizen- und stärkehaltige Lebensmittel, Kaffee, schwarzen Tee, Alkohol und Zigaretten. Je konsequenter du in der Vorbereitungswoche auf diese Nahrungs- und Genussmittel verzichtest, desto leichter wird dir die Diät fallen.
 
Leere im Laufe der Woche deinen Kühlschrank und deine Süßigkeitenverstecke von allem, was du während der Diät nicht essen willst.
 
Mache dich mit der Liste der grünen Nahrungsmittel vertraut. Überlege, was dir schmeckt, was du mal ausprobieren möchtest, was für dich evtl. nicht in Frage kommt.
 
Überlege dir Kombinationen und Rezepte, die dir schmecken könnten. Lasse dich von meiner Rezeptsammlung inspirieren.
 
Wenn es dir hilft, entwerfe einen Speiseplan.
 
Plane die Mitglieder deines Haushaltes mit ein, damit nicht zweimal gekocht werden muss.
 
Wie bei jeder Reinigungsdiät oder Fastenkur ist es gut, wenn du möglichst viel Zeit für dich hast. Was möchtest du in dieser Woche weniger tun, was mehr? Was würde dir guttun? Achte auf genügend Bewegung, frische Luft und Muße. Wie wäre es mit mehr Yoga, Meditation, Spaziergängen, Joggen, Radfahren, Schwimmen, Sauna...?
 
Verzichte in dieser Woche auf zu viele soziale Kontakte, besonders solche, die es dir schwer machen, bei deiner grünen Ernährung zu bleiben. Lies lieber ein schönes Buch oder schaue dir den ein oder anderen inspirierenden Film an.

 

Durchführung

Lege fest, wie lange du die Diät umsetzen willst. Wann fängst du an, wann hörst du auf? Wenn du dich nicht festlegen willst, dann entscheide trotzdem, wie viele Tage du mindestens dabei bleiben willst. Das wird deine Motivation hochhalten.
Du kannst die Diät 3, 5, 7, 10, oder 14 Tage durchführen, auch die berühmten 40 Tage sind möglich.Je länger du die Diät leben willst, desto länger sollte auch die Vorbereitungs- und die Aufbauphase sein.
Du kannst den Rhythmus deiner Mahlzeiten so beibehalten, wie du es gewohnt bist. Vielleicht brauchst du jedoch ein paar Zwischenmahlzeiten mehr, weil du schneller wieder hungrig wirst. Sorge dafür, dass du immer genügend Snacks zur Hand hast. Fertig geschnittenes Obst, ein paar Gemüsesticks, frische Säfte oder Smoothies... Avocados und Hülsenfrüchte sättigen mehr.
Trinke besonders viel: ca. 2 Liter qualitativ hochwertiges Quellwasser, Kräutertees, wenn du magst auch medizinische Tees wie Leber-Gallen-Tee, Nieren-Blasen-Tee, Löwenzahntee, Brennesseltee, aber auch gerne grüne Tees.

Entgiftungserscheinungen

Am Anfang jeder Diät oder Fastenkur kann es zu Entgiftungserscheinungen kommen. Sie zeigen, dass dein Körper mit der Reinigung beginnt. Folgende Symptome können dabei auftreten:

 

Müdigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen, allgemeines Unwohlsein, Abgeschlagenheit u.a.

 

Unter Umständen kann es auch zu Problemen des Verdauungstraktes kommen: Durchfall oder Verstopfung oder beides, Blähungen, Blähbauch, Magenschmerzen.

 

Da wir Essen gerne nutzen, um Gefühlszustände oder Stress zu kompensieren, kann es auch zu „emotionalen Entgiftungserscheinungen“ kommen. Der Gang zur Süßigkeitenschublade oder zum Kühlschrank ist ja während der Diät tabu, es gilt also Alternativen zu finden. Da kann es schon mal zu Ärger oder Wut kommen, Gereiztheit oder Traurigkeit.

 

Wie gehst du damit um?

Erinnere dich an eines der simpelsten und zugleich wahrsten Zitate Yogi Bhajans: „Keep up and you will be kept up.“ Bleib dran, mach weiter! Es wird sich lohnen!

 

Freue dich über die Symptome, denn sie zeigen dir, dass die Diät wirkt. Und sie wird nicht nur auf körperlicher Ebene wirken. Sie wird auch innere Prozesse in Gang bringen.

 

Die Entgiftungserscheinungen werden nach 1-3 Tagen verschwinden. Danach wirst du dich leichter und befreit fühlen.

 

Schreibe deine Erfahrungen täglich auf. So kannst du Veränderungen genauer wahrnehmen und verarbeiten.

Darmentleerung?

Bei dieser Diät ist keine zusätzliche Darmentleerung vorgesehen. Es handelt sich nicht um eine Fastenkur, sondern eine Mono-Diät.

 

Beenden der Diät

Wie bei jeder Fastenkur oder Diät, solltest du nicht von einem Tag auf den anderen wieder so essen, wie davor. Ein Fastenbrechen ist sehr ratsam. Je länger du die Diät eingehalten hast, desto mehr Zeit solltest du deinem Körper für die Umstellung geben.

 

Nach sieben Tagen Diät solltest du 3 Tage aufbauen. Das bedeutet, dass du nach und nach wieder andere Lebensmittel in deinen Speiseplan aufnimmst. Beginne zuerst mit andersfarbigem Obst und Gemüse, dann getreide- und stärkehaltige Lebensmittel, erst zum Schluss tierische Produkte und Zucker.

 

Wenn du dich während der Diät gut gefühlt hast, kannst du vielleicht das eine oder andere grüne Gericht fest in deinen Speiseplan integrieren. Oder etwas, das du davor gerne gegessen hast, du aber nicht mehr benötigst, weglassen?

 

Ratsam ist es auf jeden Fall, grundsätzlich mehr grüne Nahrungsmittel zu essen!

Download
Lade dir hier eine Liste mit grünen Nahrungsmitteln sowie einige Rezeptideen herunter.
Kochbuch grüne Diät.pdf
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Weiterführende Literatur:

  • Was ist Chlorophyll?
  • Was ist Photosynthese?
  • Yogi Bhajan: Foods for Health and Healing. Remedies and Recepies. Berkeley, 1983.
  • Hariang Kaur: Grün und Gesund. Die Grün-Diät mit Yoga und Meditation. Niederlande, 2009.
  • Rosana und Thomas Wesselhöft: Grün macht glücklich. Die grüne Diät. Wiesbaden, 2008.

 

Welche Erfahrungen hast du bereits mit Fastenkuren oder Diäten gemacht? Hinterlasse einen Kommentar!


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